29. Januar 2026

Was hat mich zu dem Menschen gemacht, der dich heute begleitet?
Mein Leben hat mir früh gezeigt, wie viel ein Mensch tragen kann. Und wie sehr der Körper und die Seele irgendwann nach Wahrheit verlangen. Aufgewachsen bin ich mit Themen, die kein Kind tragen sollte. Suchterkrankungen in der Familie, Ausgrenzung, Grenzverletzungen. Erfahrungen, die Spuren hinterlassen und die lange nachwirken.
Schon früh gehörten Verlust und Verantwortung zu meinem Alltag. Der Tod meines Vaters und meines Bruders, eigene Familie, Alleinerziehen, Funktionieren. Ich habe gelernt zu kämpfen. Zu lange. Mit Anfang dreißig hat mein Körper die Notbremse gezogen. Depressionen und Angstpaniken waren kein Feind, sondern ein deutlicher Hinweis: So wie bisher geht es nicht weiter.
Auf der Suche nach Veränderung ging ich zuerst den klassischen Weg – Klinik, Reha, Medikamente, Gespräche. Doch dann kam der Moment, der alles verändert hat. Ich begann, Verantwortung für meine innere Welt zu übernehmen. Über prozessorientierte Innenweltarbeit, Familienaufstellungen und tiefe Auseinandersetzung mit meinen Themen. Nicht um etwas wegzumachen, sondern um zu verstehen und zu verwandeln.
Aus diesem Prozess heraus entstand meine Selbstständigkeit. Mit Raum zum Wachsen, Lernen und Weitergehen. Auch körperlich wurde ich noch einmal klar gerufen. Die Diagnose schwarzer Hautkrebs hat mich innehalten lassen. Was will meine Seele mir sagen? In der Arbeit mit meiner Innenwelt durfte auch hier Heilung geschehen. Seitdem gehe ich bewusst meinen Seelenweg.
All das, was ich gelernt habe, fließt heute in meine Arbeit. Nicht aus Büchern heraus, sondern aus gelebter Erfahrung. Aus Mitgefühl und aus echtem Verständnis.
Herzlich
Katrin
